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Dieser Teil der Homepage informiert über ausgewählte bildungspolitische Fragestellungen, Entscheidungen und Vorhaben aus Vergangenheit und Gegenwart

 

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HISTORISCHES  -  A K T U E L L E S  -  KONTROVERSES

 

Im Mittelpunkt sollen Fragen des lebensverbundenen Unterrichts und die Allgemeinbildung stehen. Da es in diesen Zusammenhängen um die Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf ein Leben in dieser Gesellschaft geht, wird den Fragen der technischen und wirtschaftlichen Bildung und Interessenentwicklung besondere Aufmerksamkeit gewidmet . Dies schließt ausgewählte Fragen des Schulalltags und des Lehramtsstudiums sowie die der Lehrerbildung ein.

Zu den hier ausgewählten Themen gibt es erfahrungsgemäß unterschiedliche Auffassungen, Meinungen und Standpunkte. Die Kommentare und dabei aufgeworfenen Fragestellungen sollen die Besucherin, den Besucher informieren und vielleicht anregen über diesen oder jenen Sachverhalt nachzudenken und zu diskutieren.

 

 

Inhaltsübersicht

 

Im März 2015 wurde an Abgeordnete des Landtages von Sachsen-Anhalt ein persönlicher "OFFENER BRIEF" per Mail gesandt. Inhalt des "Offenen Briefes" waren Fragestellungen zur Entwicklung und zum Stand technischen Allgemeinbildung im Land Sachsen-Anhalt. In diesem Schreiben wurde die Bitte geäußert, diese Fragen persönlich zu beantworten.

Die Antworten auf die Fragestellungen fielen sehr differenziert aus. Sie spiegeln die unterschiedlichen Interessen der Parteien zur technischen Bildung in allen Schulformen und Schuljahrgängen wider.

Ein kurzes Fazit:

  • CDU ignoriert die seit langem bekannte desolate Situation des Fachlehrerbestandes an den Schulen in Sachsen-Anhalt. Zur technischen Bildung an Grund- und Förderschulen wird sich nicht geäußert.
  • SPD ist davon überzeugt, dass das neue Fach "Gestalten" ein adäquates Fach zum ehemaligen Unterrichtsfach "Werkunterricht" sei. Dabei wird ignoriert, dass die Lehramtsausbildung an der Kunsthochschule Giebichenstein erfolgt. Ein Studienprogramm zum Fach "Gestalten" gibt es nicht. Das Studium erfolgt im Rahmen der Kunstlehrerausbildung für alle Schuljahrgangsstufen, es enthält keine Inhalte zur technischen Allgemeinbildung.
  • Bündnis 90/Die Grünen haben keine Meinung dazu!
  • DIE LINKE äußert sich detailliert zu den aufgeworfenen Fragestellungen. Sie hält eine technische Allgemeinbildung an Grund- und Förderschulen für notwendig, um z. B. die Interessenvielfalt bei den Schülern entwickeln zu können.

Die gesamte Auswertung und Analysen der Antwortschreiben finden Sie hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Auswertung des "Offenen Briefes"

Lehrerdefizit in Sachsen-Anhalt, den Abgeordneten seit Jahren bekannt, ist 2012 wieder aktuell

Das ingenieur- und technikwissenschaftliche Studium betreffend

Die BRDeutschland und ihre bildungspolitische Kleinstaaterei  -?Förderalismus?-

Standort Deutschland als Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsstandort?

oder "Was sich Bundesbürger wünschen"

Keine neuen Lehrer mehr ab 2008“

Bildungsmonitor 2008

Wenn Studierende mit Qualität studieren wollen - Anspruch und Realität, nicht nur in Halle an der Saale                                                                    

 

Kalender 2012

 

 

Lehrer/-innen Defizit in Sachsen - Anhalt

Lehrermangel

jedes Jahr,

auch 2012

Lehrer/innen gesucht, wie jedes Jahr

Aus: Mitteldeutsche Zeitung. 23. Jhrg. 14.August 2012, Seite 1 und Nr. 204 vom 01.09.2012. Seite 7

Erstaunlich ist die hohe Vergesslichkeit der Bildungspolitiker/-innen des Landes. Denn schon in der Mitteldeutschen Zeitung (MZ), Halle/Saalekreis vom 05.09.2007. S. 1f, wurde publiziert  "Keine neuen Lehrer mehr ab 2008". Weitere Informationen finden wir auch am 25.03.2009, wo es in der MZ auf Seite 1 hieß: „Ab 2012 gehen dem Land die Lehrer aus“ und am 27.07.2009 kommt die Meldung in der MZ: „ …Vielerorts fehlen die Fachlehrer“. Dieses Problem müsste  der Landesregierung und den Regierungsparteien nun schon seit Jahren bewusst sein, doch nichts wurde bisher getan, nichts hat sich geändert! Nachdenkenswert ist auch die Aussage von Herrn Hofmann, wenn er feststellt: „Wir müssen in der Landesregierung die Diskussion weiterführen, mittelfristig mehr Lehrer einzustellen.“ Konkret wird damit ausgesagt, dass schon seit mindestens dreieinhalb Jahren die Landesregierung darüber diskutiert und nun mittelfristig ??? weiter diskutieren soll.

Fragen:

Warum interessieren, sorgen sich die Volksvertreter/-innen des Landes eigentlich so wenig um die Schulbildung ihrer Landeskinder?

Wo bleibt das Verantwortungsbewusstsein gegenüber allgemeiner Schul- und Lehrerbildung?

Verfolgt man die Historie der Landesregierung zu diesem Sachverhalt, werden u. a. zwei Strategien zur Kosteneinsparung deutlich. Einerseits werden Schulfächer und damit die Lehrerstellen sowie die dazugehörigen Lehramtsausbildungen gestrichen oder ausgesetzt (z. B. Werk- und Schulgartenunterricht, Wirtschaft / Technikunterricht). Andererseits wird an Neueinstellungen eingespart, indem z. B. Bewerbungen von examinierten Studenten durch die Behörden abgelehnt werden.

Nicht zuletzt sollte auch die Frage im Mittelpunkt stehen:

Wer sind die Leidtragenden dieser Strategie?

Neben den Lehrern/-innen werden auch die Schüler/-innen indirekte Opfer dieser Bildungsstrategie. Denn, wenn 2000 Lehrer/-innen wöchentlich mehr oder weniger oftmals die Schule und das Kollegium wechseln müssen, können sich z. B. die sozialen Verhältnisse, Beziehungen zu den Schülern/-innen in der zeitweiligen Schule kaum entwickeln. Stress ist durch den ständigen Schulwechsel und den damit im Zusammenhang stehenden Aufgaben vorprogrammiert, was mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Unterrichtsausfälle, z. B. durch Krankheit etc., zur Folge haben kann. In diesem Zusammenhang trat die ehemalige Kultusministerin, Birgitta Wolff (CDU), schon im Juni 2010 (MZ 04.06.2010) eine „…. Debatte über die Leistungsfähigkeit von Lehrern … los (E.d.A) . Ihre Feststellung, etliche Pädagogen im Land seien ausgebrannt, …“ dürfte nach wie vor nichts an Bedeutung verloren haben. Damit hätte man wiederholt ein mittelfristiges Diskussionsthema im Landtag von Sachsen-Anhalt.

"Bildung ist das, was übrig bleibt,

wenn wir vergessen, was wir gelernt haben."

Lord Halifax (brit. Staatsmann (1881-1959))

 

 

Zur Studienempfehlung des Kultusministers

Studien-

empfehlung

Aus: Mitteldeutsche Zeitung. 18. Jhrg. Nr. 92 vom 20.04.2007. Seite 2 :

Studienempfehlungen

 

Was man dazu noch wissen sollte:

Auf einer Sondersitzung des Senats (25.05.2004) der Martin - Luther - Universität Halle-Wittenberg wurde der Beschluss gefasst, den Fachbereich Ingenieurwissenschaften zu schließen. An dieser Schließung war u. a. das Kultusministerium, Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos), interessiert.

Die "Überbleibsel" des ehemaligen Fachbereichs  Ingenieurwissenschaften sind  z. Z. noch im "Zentrum für Ingenieurwissenschaften" konzentriert.

Der geschäftsführende Direktor des Zentrums für Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr.-Ing.habil. Holm Altenbach, stellte u. a. auf der Homepage http://www.iw.uni-halle.de/ vom 03.05.2007 fest: " ... An die Stelle des Fachbereiches Ingenieurwissenschaften trat das Zentrum, jedoch ist beides nicht äquivalent. Der politische Wille der Landesregierung, daher auch der Wille zahlreicher Entscheidungsträger an der Universität sehen vor, dass die Ingenieurkompetenz an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg weitgehend verschwindet. Dies ist bedauerlich und gegen den Trend der Zeit - aber die Realität sieht so aus.

"Die Praxis sollte ein Ergebnis des Nachdenkens sein,

nicht umgekehrt."

Hermann Hesse (1877-1962)

 

 

Die BRDeutschland und ihre bildungspolitische Kleinstaaterei  -?Förderalismus?-

Bildungs-

standort

Deutschland

 

Überraschend und doch wahrhaftig ist der Artikel von Herrn Hans-Dietrich Genscher zum Thema: "Gesamtstaatliche Bildungsoffensive wäre notwendig". Gedruckt in der Mitteldeutsche Zeitung Halle/Saalekreis, 18. Jahrgang Nr. 151, vom 02.07.2007. S  4.

Er setzt sich u. a. mit Fragen

der "...Föderalismusreform   " -Bildungskleinstaatenpolitik-,

des " ::: Mangel(s) an qualifizierten technischen Fachkräften ...",

der "... Verwendung der Steuereinnahmen ..." und

zur "... Zukunftsförderung statt Vergangenheitserhaltenspolitik ... "

auseinander.

 

Hier geht es zum MZ- Beitrag        MZ, 02.07.2007 Bildung

Ungewöhnlich dabei ist, dass in der vergangenen Wahlperiode die FDP-Landtagsabgeordneten des damaligen Ausschusses für Bildung und Wissenschaft äußerst zurückhaltend auf den Wegfall des Faches Werkunterricht an Grund- und Förderschulen reagierten! Analoge Reaktionen - also fast keine - gab und gibt es auch zur Einstellung des Lehramtsstudienganges Wirtschaft / Technik an Sekundarschulen und Gymnasien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

 

Bildungslogistik und Realität- ein versuchter Vergleich

Während die Mitgliederzahl der EU kontinuierlich wächst und um eine gemeinsame Grundlage streitet,

während bei der Gebietsreform im Land Sachsen-Anhalt kleinere Gemeinden zu größeren Gemeinden "zusammengeführt" wurden, um ....,

setzt die Bildungspolitik Deutschlands auf Zergliederung und Bildungskleinstaaterei (Bildungsförderalismus).

 

"Das große unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder."

Jean Paul (1763-1825)

 

 

Standort Deutschland als Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsstandort?

Was sich Bundesbürger wünschen

Was sich Bundesbürger u.a. für ihre Kinder zum Bildungs- und Betreuungssystem (Kindergarten, Schule, Hochschule) wünschen, analysiert eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahre 2008. Diese Wünsche decken sich u. a. auch mit dem Anliegen von Herrn Gentscher, was die bildungspolitische Kleinstaaterei des Bundes betrifft.

In den Umfrageergebnissen wird u. a. festgestellt:

"Eine klare Mehrheit für bundeseinheitliche Bildungsstandards

Bundesweit sind 91 % der Befragten der Ansicht, dass es Aufgabe des Bundes ist, für vergleichbare Standards zu sorgen. Eine besonders hohe Zustimmung findet diese Aussage in allen ostdeutschen Bundesländern und Bremen (94 % bis 97 % Zustimmung). Eine relative geringere Zustimmung findet sich in Bayern, Berlin und Baden-Württemberg. Hierbei sollte beachtet werden, dass selbst im stark auf die Länderebene fokussierten Bayern die Zustimmung zu Bundesstandards bei 88 % liegt." / Wintermann, O.; Petersen, T.: Bürger und Föderalismus. Eine Umfrage zur Rolle der Bundesländer. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh. 2008. Seite 22. /

 

Weitere interessante Umfrageinformationen (Demokratie) können Sie auch unter nachfolgendem Link erhalten. Dieser Beitrag wurde freundlicherweise von den Betreibern der Homepage www.kpv-nrw.de zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Keine neuen Lehrer mehr ab 2008“

Zukunfts-

aussichten

 

In Vorbereitung auf die Weihnachtszeit sind schon Weihnachtsstollen auf dem Markt. Die Landesregierung ist noch schneller. Sie verteilt schon ihre "Geschenke" in Form des Beschlusses, "... dass alle geplanten Neueinstellungen an allgemein bildenden Schulen von 2008 bis 2011 gestoppt werden" ... /Mitteldeutsche Zeitung Halle/Saalekreis, 18. Jahrgang. Nr. 207 vom 05.09.2007. S. 1, 2./.

Zukunftsaussichten, MZ vom 05.09.2007. S. 1, 2

Ist der Beschlusszeitpunkt ein Zufall oder spielt hier eine andere Absicht eine Rolle, denn es betrifft die im Studium stehenden Lehramtsstudierenden?

Welche Folgen hat dieser Beschluss für die Lehramtsstudierenden, die im Zeitraum von 2008 bis 2011 ihr Staatsexamen abschließen und motiviert in das Berufsleben des Landes Sachsen - Anhalt einsteigen wollten?

 

Erziehung ist organisierte Verteidigung der Erwachsenen

gegen die Jugend. 

Mark Twain  (1835 - 1910)

 

 

Bildungsmonitor  2008

Bildungs-

statistik

 

Beim näheren Betrachten des Leistungsschecks der Bundesländer /1, 2/ treten im Handlungsfeld "MINT - Wissenschaften" (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) einige Fragen, zur Rolle und Bewertung von Technikwissenschaften auf.

Bezüglich Sachsen-Anhalts wird im Handlungsfeld MINT formuliert:“ Die MINT-Wissenschaften haben an sachsen-anhaltinischen Hochschulen ein hohes Gewicht.“ /3/ Dieser Formulierung ist zu entnehmen, dass es sich hierbei um die Einschätzung/Wertung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik handelt. Im nachfolgenden Satz : „Der Verhältnis der Absolventen in Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften zu den im Land beschäftigten Forschern lag mit 21,1 Prozent fast sieben Prozentpunkte höher als der Bundesdurchschnitt.“ /4/ Die Technikwissenschaften werden hier offensichtlich elegant umgangen bzw. ausgeschlossen, somit nicht in die Bewertung einbezogen. Diese Art und Weise wird u. a. auch in der Einschätzung des Saarlandes gewählt.

Der nachfolgende Satz bringt noch mehr Unklarheit, wenn formuliert wird: “Auch in den beruflichen Fortbildungsprüfungen zeigt sich die Stärke der technischen Ausbildungsgänge.“/5/ Mit dieser Formulierung kann nur zweierlei interpretiert werden:

1. Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften sind lt. ISNM technische Wissenschaften und

2. die Stärke von Technikwissenschaften zeigt sich in Fortbildungsprüfungen.

Unklar ist dabei, welche Kriterien, Wertungen, Einteilungen oder Zuordnungen technische Fortbildungsprüfungen beinhalten? Aus meiner Erfahrung werden z. B. an den sachsen-anhaltinischen Universitäten keine Fortbildungszeugnisse erstellt. Das gilt meines Wissens nur für langfristige Weiterbildungen und Zertifikatskurse, die dann mit einem Zeugnis und/oder einer Qualifikation abschließen!

Im Bildungsmonitor nimmt man auch auf die Schulbildung Bezug. Beim Recherchieren fällt jedoch nicht auf, dass seit einigen Jahren alle Lehramtsstudiengange für eine technisch-wirtschaftliche Bildung in allen Schulformen vom Kultusministerium des Landes Sachen-Anhalt eingestellt wurden.

Analog dazu ein Zitat aus der 24.Landtagssitzung vom 13.07.2007: “ Wenn Kinder ab der Klasse 5 im Gymnasium keinen unmittelbaren Technikbezug haben, weil das Fach Technik dort im Fächerkanon gar nicht vorkommt, dann muss man sich nicht darüber wundern, wenn jugendliche Gymnasiasten in der Oberstufe - dort können sie das Fach Technik wieder wählen - dies nur zu 1 % tun und wenn sie sich nach dem Abitur zu wenig für technische Studienfächer entscheiden, wie das zurzeit allgemein beklagt wird. „

Antworten zu diesen u. a. aufgeworfenen Fragestellungen wurden in unbefriedigender Qualität vom INSM gegeben. Vielleicht sagt dies auch etwas über die Qualität solcher "Forschungen" aus.

Interessant und nachschlagenswert sind auch die Einschätzungen hinsichtlich der Altersstruktur der Lehrkräfte. /6/

/1/ Initiative > Neue Soziale Marktwirtschaft Bildungsmonitor 2008: Der Leistungscheck der Bundesländer. Sachsen-Anhalt http://www.insm-bildungsmonitor.de/2008_best_sachsen-anhalt.html

/2/ Riesen, I., Stettes, O.,Plünnecke, A.: Initiative > Neue Soziale Marktwirtschaft Bildungsmonitor 2008 Forschungsbericht. Institut der deutschen Wirtschaft Köln, im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) auf http://www.insm-bildungsmonitor.de/

/3/ Initiative > Neue Soziale Marktwirtschaft Bildungsmonitor 2008: Der Leistungscheck der Bundesländer. Sachsen-Anhalt. Seite 2

/4/ Ebenda

/5/ Ebenda

/6/ Riesen, I., Stettes, O.,Plünnecke, A.: Initiative > Neue Soziale Marktwirtschaft Bildungsmonitor 2008 Forschungsbericht. Institut der deutschen Wirtschaft Köln, im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). S. 32f.

 

Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.

(Franklin Delano Roosevelt)

 

 

Wenn Studierende mit Qualität studieren wollen - Anspruch und Realität,

nicht nur in Halle an der Saale

 

 

Uniformität

statt

Qualität

 

Im Rahmen der europäischen Zusammenführung ist die Bildung - das Studium, der Studienabschluss und deren gegenseitige Anerkennung - nicht ausgeschlossen. Mit dem Bologna-Prozess wurden und werden nun Bachelor1/Master2strukturen für das (Lehramts-) Studium und die Studienabschlüsse eingeführt. Hinsichtlich dieses Prozesses wird z. B. festgestellt: "Aktuell gibt es in den deutschen Bundesländern eine Vielfalt an Neukonzeptionen und Modellversuchen. Welche Auswirkungen diese Neuerungen auf die Professionalisierung der Studierenden haben, ist jedoch weitgehend unerforscht." /Bauer, J.: PaLea: Panel zum Lehramtsstudium. In: IPN Blätter. März 2009. 1/09-26. Jahrgang, S. 6./

In der Mitteldeutschen Zeitung vom 17.06.2009 wird der Kultusminister zu den UNI - Prodesten befragt . Neben weiteren Fragestellungen antwortet er auf die Frage "Herr Minister, was halten Sie vom Bildungsstreik?" , folgendes:

"Olbertz: Ich finde es richtig, dass junge Menschen von Zeit zu Zeit in Sachen Bildung ihre Stimme erheben - solange es konstruktive Kritik ist. Es liegt ja durchaus einiges im Argen an den Hochschulen, zum Beispiel was die Bachelor- und Masterstudiengänge anbelangt. " / Bank, M.: UNI - Proteste ... Mitteldeutsche Zeitung vom 17.06.2009/

Mit anderen Worten: es wird erst einmal ein Studium organisiert, ohne darüber nachzudenken, wie Vorhandenes mit Zukünftigem verknüpft bzw. Sinnhaftigkeit von Sinnlosigkeit getrennt, analysiert werden kann. So etwas kann man nur als fragwürdige Bildungsstrategie des Bundes und auch der Länder einschätzen, die sich offensichtlich von formalen Übernahmen leiten lässt. Hinzu kommt, dass allein eine einheitliche Abschlussbezeichnung nicht die Garantie für eine Anerkennung des jeweiligen Studienabschlusses in den europäischen Ländern ist.

Beste nationale Beispiele für diese Praxis sind z. B. Lehramtsabschlüsse in den Ländern. Nicht jedes Bundesland erkennt alle Lehramtsabschlüsse eines anderen Bundeslandes an.

Insofern sind diese Streiks, die zwar etwas spät auf dieses Problem aufmerksam machen, durchaus gerechtfertigt. Hinzu kommt die Ankündigung, dass Mittelstreichungen in Aussicht stehen. Bemerkenswert ist dabei, dass in den vergangenen Jahren an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Professuren für Didaktiken in der Lehramtsausbildung wegfielen. trotz des Wirtschaftshochs. Weitere Kürzungen erhöhen mit Sicherheit nicht die Qualität in Lehre und Forschung.

 

Aus: SONNTAGS NACHRICHTEN HALLESCHER KURIER. vom 21.06.2009,16. Jhrg. 25. Woche:

SONNTAGS NACHRICHTEN HALLESCHER KURIER. vom 21.06.2009,16. Jhrg. 25. Woche

1 "Bachelor" im obigen Sinne ist im obigen Sinne eine englische Bezeichnung für Bakkalaureus, eigentlich ein Ritter, der einem anderen untergeordnet ist. In England, Frankreich und den USA ist es der unterste akademische Grad. Eine direkte Übersetzung aus dem Englischen bedeutet "Junggeselle".

2 Die Bezeichnung "Master" entspricht in USA und England einem Magister. Magister wird dabei als Lehrer, Meister interpretiert. In Österreich und der BRD entspricht dieser Abschluss einem untersten akademischen Grad. In angelsächsischen Ländern ist es der akademische Grad nach dem Bakkalaureus.

Das ist die Verlogenheit in der Politik. Wenn man im Nationalen nicht fertig wird mit Problemen, schiebt man das auf Europa.  

Helmut Kohl (Alt-Bundeskanzler)

 

 


 

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